
Einladung zur Teilnahme in der Schweiz
Jedes Jahr zwischen dem 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) beteiligt sich in der Schweiz eine breite Koalition mit Veranstaltungen, Straßen Aktionen und Informationsarbeiten.
Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» mit Veranstaltungsprogramm und Informationen ist koordiniert von 2 Schweizer Organisationen, die die Bandbreite der verschiedenen Gewaltformen und Programme zur Prävention aufzeigen.
Activities in Switzerland during the 16 Days of Activism are published:
In der Deutschen Schweiz, koordiniert die feministische Friedensorganisation (Bern) cfd.ch die vielfältigen Aktivitäten während den 16 Tagen und verbreitet Material zum Download und einen Veranstaltungskalender am Internet http://www.cfd-ch.org/16tage/index.php
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In der Französisch-, Italienisch- und Englisch-sprechenden Schweiz koordiniert die Weiße Schleife – Kampagne Schweiz (Genf) die Aktivitäten während den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen mit Material zum Download und Veranstaltungskalender am Internet www.ruban-blanch.ch - www.weisse-schleife.ch
Anmeldung von Aktivitäten via E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Für Ihre Teilnahme, benützen Sie Kampagnen-Material von der Weißen Schleife - Kampagne Schweiz - Download:
Plakat der Schweizer Kampagne - Weiße Schleife
Weiße Schleife Stecknadeln (Metall Pins und aus Stoff) - Bestellung
Fakten in der Schweiz (Französisch und English)
TV Spots on YouTube (in 4 Sprachen)
Broschüre ‘Weiße Schleife - Kampagne Schweiz’
Dokument “Was jeder Mann tun kann”
Strategie für die Schweiz 2013-2015
Internationales Take Action Kit 2012: http://16dayscwgl.rutgers.edu/2012-campaign/take-action-kit
Die Weiße Schleife - Schweizer Kampagne wurde am 14. Februar 2009 (Valentinstag)in Genf gegründet und ist Teil der weltweiten Bestrebung, Gewalt gegen Frauen zu verhindern und zu beenden. In mehr als 55 Ländern werden Kampagnen von Männern und auch Frauen mit dem Ziel geführt, Männer und Jungen dahingehend zu sensibilisieren. Die Kampagne der ‘Weißen Schleife’ ist weltweit die größte Bewegung gegen Gewalt an Frauen, die vor allem von Männern geleitet wird.
Die Weiße Schleife tragen ist ein Zeichen eines persönlichen Engagements, weder Gewalt an Frauen auszuüben, noch zu dulden, noch schweigend zuzusehen. Es ist ein Symbol des Widerstands gegen Gewalt und ist mittlerweile zu einem der Symbole einer weltweiten Kampagne geworden.
Das Ziel der Kampagne ist die Gesellschaft, - insbesondere Männer – zu sensibilisieren und ihnen bewusst machen, dass Gewalt gegen Frauen überall auf der Welt vorkommt und dass man ihren Ursprung vor allem in ungleichen und ungerechten Macht- und Strukturverhältnissen zwischen Männern und Frauen findet.
Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein alltägliches Problem: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, Drohungen eines Ex-Partners, sexistische Werbung . Diese Liste ist nicht abschließend. Sie reicht von physischer bis indirekter Gewalt und Diskriminierung. Es werden Straßen Aktionen, Konzerte, Referate, Tagungen und Radio-Ballette angeboten. Mehr dazu unter: www.16tage.ch.
In der Schweiz ist die Weiße Schleife Kampagne eine Initiative der Frauen Weltgipfel Stiftung (WWSF – Women’s World Summit Foundation) und wird von Botschaftern und Mitgliedern unterstützt, sowie einem engagierten Team in Genf geführt. Die WWSF ist eine nicht-gewinnorientierte Schweizer Stiftung und eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, welche die Rechte von Frauen und Kindern vertritt, sowie Entwicklungshilfeprogramme und die Friedensagenda der UNO unterstützt. Die WWSF hat einen Berater-Status bei den Vereinten Nationen (ECOSOC, UNFPA, DPI).
Hinter der Kampagne stehen Männer und Frauen aus verschiedenen sozialen und politischen Schichten, und die Organisation vermeidet eine zu hierarchische oder bürokratische Struktur. Wir setzen unsere Schwerpunkte auf die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Schulen, Unternehmen, Sportclubs, Medien. usw. Lesen Sie weiter http://www.white-ribbon.ch/de/campaign/wasist-wrc-ch.html
International gegen Gewalt an Frauen
“... Weltweit haben Tausende von Organisationen eines gemeinsam: ihr Engagement gegen Gewalt an Frauen. Die Projekte und die Herangehensweisen unterscheiden sich über die Jahre und von Kontinent zu Kontinent. Aber Frauenrechte werden nach wie vor, überall und quer durch alle
Gesellschaftsschichten immer wieder mit Füssen getreten. Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung und ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Sie verhindert Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden. Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter: Neben Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch und Belästigung, Frauenhandel, Zwangsprostitution oder genitaler Verstümmelung gibt es häusliche Gewalt mit körperlichen, sexuellen oder verbalen Misshandlungen, Isolierung und ökonomische Gewalt mit dem Ziel, Macht und Kontrolle über Frauen auszuüben. Gewalt gegen Frauen kann öffentlich oder privat erfolgen, sie ist definiert als geschlechtsspezifische Handlung, die zu physischen, sexuellen oder psychischen Schäden oder Leiden bei Frauen führt oder führen kann, einschliesslich der Androhung solcher Handlungen, Zwang oder Freiheitsberaubung.“
Die 16 Tage-Kampagne
Vor nun 16 Jahren initiierte das Center for Women’s Global Leadership in den USA eine weltweite Kampagne gegen Gewalt an Frauen «16 Days of activism against gender violence». Seither machen jährlich an den 16 Tagen zwischen dem 25. November und 10. Dezember viele Frauen und Männer mit verschiedenen Aktionen auf die Bedrohung von Frauen durch Gewalt aufmerksam. Seit Beginn der Kampagne im Jahr 1991 haben an die 3000 Organisationen in 157 Ländern mitgewirkt.
“Die Anfangs- und Endtage sind nicht zufällig ausgewählt: 1981 riefen lateinamerikanische Feministinnen das Todesdatum der drei Schwestern Mirabel zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen aus. Am 25. November 1960 ermordete der dominikanische Geheimdienst im Auftrag des Diktators Truillo die
Schwestern. Der Tag der Menschenrechte erinnert an den 10. Dezember 1948, als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der UNO in New York verabschiedet wurde. Diese Daten als Anfangs- und Endpunkte einer Kampagne machen die Verbindung von Frauenrechten und Menschenrechten deutlich. Ausserdem schlagen sie eine Brücke vom Süden in den Norden und verdeutlichen, dass Gewalt gegen Frauen überall stattfindet. Das gemeinsame Engagement verschiedener Organisationen – Opferhilfestellen, Frauenhäuser, Frauen-, Männer- und Friedensorganisationen – gründet in ihrem Bezug auf die Menschenrechte und will der Gewalt an Frauen ein Ende setzen. Die NGOs verbindet eine internationale Kampagne, die ihre Aktionen unter ein Dach bringt, gemeinsame Schwerpunkte und Handlungsansätze vorschlägt und eine Plattform für den Dialog über Gewalt bietet. Die internationale Ausrichtung erhöht den Druck auf Regierungen und internationale Institutionen, mehr Mittel für Prävention und Schutz von Frauen zur Verfügung zu stellen und die Inhalte einer Vielzahl von Verträgen umzusetzen. Gleichzeitig ist die weltweite Kampagne ein starkes Zeichen von Solidarität und gemeinsamem Engagement für ein globales Problem, das uns alle angeht.
Vielfalt an Aktivitäten
“Auf der ganzen Welt tritt die Kampagne mit einer Vielfalt von Aktivitäten an die Öffentlichkeit: Am Radio schildern Frauen ihre Erlebnisse, Tribunale werden inszeniert, Theaterstücke und Filme aufgeführt, in Selbstverteidigungskursen werden handfeste Übungen präsentiert, an Workshops Strategien erarbeitet und viel Lobbyarbeit betrieben. Jede nationale Kampagnenplattform setzt ihre eigenen Schwerpunkte und identifiziert eigene Zielgruppen. In Südafrika beispielsweise marschierte eine Gruppe von Frauen mit Kerzen durch gefährliche Quartiere und forderte mit dieser «take back the night»-Aktion, dass Frauen wie Männer sich nachts frei bewegen können.
“Männer machen mit / In vielen Ländern – prominenteste Beispiele sind England und Australien – setzen sich insbesondere Männer gegen Gewalt an Frauen ein. In Australien trugen im letzten Jahr eine Viertel Million Männer eine weisse Schleife als persönliches Bekenntnis, keine Gewalt an Frauen anzuwenden, zu tolerieren oder zu akzeptieren. Nachdem am 6. Dezember 1989 in Kanada ein
Amokläufer vierzehn Studentinnen kaltblütig erschossen hatte, mobilisierten sich alarmierte Männer. Es entwickelten sich viele Anti-Gewalt- und Waffenschutzinitiativen, Männer diskutier(t)en konkret über Gewalt und Präventionsansätze. Die weisse Schleife wurde zu ihrem Zeichen des Widerstands gegen Männergewalt und hat sich mittlerweile zu einem der Symbole der weltweiten Kampagne entwickelt.
Schlüsselelement Menschenrechte / Der Menschenrechtsansatz im Kampf gegen Gewalt an Frauen ist Kernpunkt der 16 Tage-Kampagne. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Frauen – als die Hälfte der Menschheit – ein Anrecht auf Schutz, Promotion und Erfüllung ihrer Menschenrechte haben. Zuwiderhandlungen können nicht mehr auf die so genannte Privatsphäre abgeschoben werden, Staaten werden in die Pflicht genommen, die Übereinkünfte zahlreicher internationaler Verträge und Konventionen einzuhalten. Über die Jahre prangerte die Kampagne ununterbrochen das weltweite Problem von Gewalt an Frauen als Menschenrechtsverletzung an und argumentierte innerhalb dieses Rahmens. In den ersten Jahren der Kampagne lancierten 16 Tage-Aktivistinnen eine weltweite Petition mit der Forderung, Frauenrechte auf die Agenda der Menschenrechtskonferenz von Wien im Jahr 1993 zu setzen. Eine halbe Million Unterschriften aus 124 Ländern halfen mit, Frauenrechte als Menschenrechte und Gewalt an Frauen als Menschenrechtsverletzung formell in die Schlussdeklaration aufzunehmen. Die Kampagne führte ebenfalls dazu, dass die UN den 25. November seit 1999 offiziell zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt an Frauen erklärte.
Partnerorganisationen sind mit dabei
Die cfd-Partnerorganisation Women’s Wellness Center in Kosova beteiligt sich bereits seit sieben Jahren sehr rege an der Kampagne mit einer «Woche der Weißen Schleife». Am 25. November verteilen männliche Studenten Weiße Ansteckschleifen auf der Straße, an Institutionen, Firmen und soziale Organisationen, zusammen mit Informationen über diesen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Dank der Zusammenarbeit mit einem lokalen Fernsehsender konnten Debatten um Opferhilfe mit Beteiligung von Frauenhäusern, Polizei und RechtsanwältInnen gesendet werden. Frauen NGOs luden zudem lokale sowie internationale Organisationen ein zu einer Information über ihre Tätigkeit und über das Gleichstellungsgesetz. Verschiedene studentische Organisationen traten mit Pantomime und interaktiven Performances auf zum Thema Gewalt an Frauen. Die weisse Schleife wurde von ParlamentarierInnen, Polizei und sogar dem Premierminister Bajram Kosumi bei einem Fernsehauftritt getragen. Projektleiterin Lumnije Deqani sieht die aktive Beteiligung von Männern als einen der wichtigsten Erfolge der Kampagne. Sie sind es, die auf der Strasse Überzeugungsarbeit leisten und andere Männer dafür gewinnen, gegen Gewalt an Frauen einzustehen…”
von Amanda Weibel, Geschäftsleiterin - Christlicher Friedensdienst, Bern 6






